
Rachel C. Walker komponiert poetische, klangfarbenspezifische Stücke, die aus ihrer fortwährenden Beschäftigung mit und der Erforschung von chinesischer Volksmusik, musikalischer Zeitstruktur und Sprache entstehen. Sie unterhält langfristige Kooperationen mit zeitgenössischen Schriftsteller*innen, um die philosophischen Verbindungen zwischen Transkription und Übersetzung innerhalb abstrakter musikalischer Syntaxen zu erforschen.
Ihre Musik war unter anderem beim Festival Mujeres en la Música Nueva, PASIC, Hangzhou Contemporary Music Festival (杭州现代音乐节), Kuandu Arts Festival, Svensk Musikvår, Kalv Festivalen, Sound of Stockholm, Warsaw Autumn, Baku Contemporary Music Days, Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik, Festival de Royaumont, Beethovenfest Bonn, KLANGZEIT Münster, NOW! Festival Essen, Weimarer Frühjahrstage, Unerhörte Musik, SONIC MATTER, Sommer in Stuttgart und Tage Neuer Musik Regensburg zu hören. Mehrere Stücke von ihr wurden auch im Radio übertragen, u.a. in Sendungen des Deutschlandfunks (Atelier Neuer Musik), SWR2, NDR und Radio France (Création Mondiale).
Im Rahmen des Pina-Bausch-Stipendiums war Rachel während der Spielzeit 2025/26 als Kooperationspartnerin des Choreografen Mounir Saeed und forschte sechs Monate lang zu den Implikationen der Chaostheorie in Musik und Tanz. In der Spielzeit 2027/28 wird eine neue Oper, die in Zusammenarbeit mit den Librettisten Andreas Karl und Nadeem Al-Aloosi entstanden ist, an der Staatsoper Hamburg uraufgeführt.
Zu den jüngsten Auftragswerken und Kooperationen gehören Stücke für L’Instant Donné/Radio France, Trio Abstrakt, airborne extended, catinblack ensemble, Departure Duo, Ensemble Adapter, Ictus, Spółdzielnia Muzyczna, Ensemble Temporum, Ensemble Mosaik, Trio recherche, Ensemble Ascolta, Tianjin Symphony Orchestra (天津交响乐团), u.a. Zurzeit arbeitet sie an Projekten mit den Dichter*innen Autumn Tsai, Ruan Xuefang, Zheng Xiaoqiong und Nadeem Al-Aloosi.
Rachel hat traditionelle und zeitgenössische Musik studiert sowie Artikel in diesen Bereichen publiziert, sie hat mehrere Stipendien in China und Taiwan wahrgenommen und währenddessen gleichzeitig dynamische neue Werke für chinesische und westliche Instrumente komponiert. Ihre Schriften wurden von Palgrave Macmillan, NewMusicBox, Southwest China Normal University Press und der Zeitschrift Musik, Multimedia und Kultur der Universität Sofia St. Kliment Ohridski (Bulgarien) veröffentlicht und in eingeladenen Gastvorträgen auf der Jahreskonferenz der Korea Electro-Acoustic Music Society, Harvard University, Kunstuniversität Graz, Australian National University, McGill University, Hong Kong Baptist University, Chinese University of Hong Kong Shenzhen, Shandong University, Baku Contemporary Music Days, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (Hybrid Music Lab), Central Conservatory of Music und anderen vorgestellt.
Ihre Arbeit wurde von u.a. Neustart Kultur, dem Forschungszentrum Musik und Gender Hannover, dem University of Cincinnati Research Council und dem Claussen-Simon-Stiftung gefördert. Sie hatte Aufenthalte am Banff Centre for Arts and Creativity, an der Britten-Pears Arts, Lisboa Incomum (Culture Moves Europe), La Becque (Migros Residency) und am Elektronmusik Studion Stockholm. Im Jahr 2022 war sie Stipendiatin („auditiv und physisch“) der Akademie Schloss Solitude. Im Jahr 2023 wurde sie mit dem Max Uhlig Reisestipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ausgezeichnet, 2024 und 2025 war sie Stipendiatin des Künstlerhofs Schreyahn. Von 2025 bis 2028 ist Rachel Composer in Residence bei der Fondation Singer-Polignac.
Mai 2026
Foto — Anton Avdieiev